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Erhaltungszustand Historischer Wertpapiere
Da der Preis eines historischen Wertpapiers nicht zuletzt auch von der Erhaltung der Aktie bzw. Anleihe abhängt, wurde in den letzten Jahren eine buchstabenbasierte Erhaltungsbeschreibung eingeführt:
- UNC (uncirculated) druckfrisch, einwandfreies neuwertiges Wertpapier
- EF (extremely fine) tadellos, Wertpapier mit minimalen Gebrauchsspuren
- VF (very fine) Papiere können Knickfalten, kleine Randeinrisse oder Flecken haben
- F (fine) Papiere weisen starke Gebrauchsspuren (Mehrfachfaltungen, Einrisse etc.) auf
- VG (very good) Papiere weisen sehr starke Umlaufspuren, größere Einrisse, Fehlstücke auf
- G (good) Fehlstücke im Druckbild
- P (poor) Fehlstücke im Druckbild, nicht restaurierungsfähig
Durch dieses allgemein übliche Bewertungssystem des Erhaltungszustandes können die Preise der einzelnen Papiere aussagekräftiger miteinander verglichen werden..
Sammlerwert Historischer Wertpapiere
Der Sammlerwert alter Aktien und Anleihen wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Unterschiedlich starke Nachfragen in einzelnen Spezialgebieten können zu starken Preisschwankungen führen. Wie hoch der Sammlerwert eines historischen Wertpapiers ist, wird durch viele Faktoren bestimmt, wie zum Beispiel durch den Erhaltungszustand des Papiers (s. o.), die ausgegebene Stückzahl, oder ob das Papier eine Gründeraktie ist, den Namen des Unternehmens oder die momentane Nachfrage nach speziellen Aktien und Anleihen.
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Ausstellung zum Thema: "Deutsche Wertpapiere im Wandel der Zeit"
Wir organisieren für Sie bzw. mit Ihnen gemeinsam, eine regionalspezifische Ausstellung zum Thema Wertpapiere und ihre Geschichte. Mit Beispielen alter und neuer Wertpapiere aus Hessen und Thüringen. Von alten historischen Wertpapieren aus dem Reichsbankschatz, über Bankentitel, Kommunalobligationen Aktien von Unternehmen aus den 70iger bis 90iger Jahren.
Sollten Sie Interesse haben, dann vereinbaren Sie bitte einen Gesprächstermin.
Artikel in "Helaba inform"
"Alles andere als wertlos" - Ausgabe 2008/01 in Helaba inform
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Ausstellung im Foyer des S-Finanzzentrum Erfurt
im November/Dezember 1998

Die Ausstellung würdigte nicht nur den 50. Jahrestag der Einführung der D-Mark in den damaligen Besatzungszonen, sie erinnerte auch an die mehrfach in Deutschland zerrütteten Währungsverhältnisse in der Zeit nach dem 1. und 2. Weltkrieg. Daß Geld nicht einfach ein lebloses Material ist, sondern die Phantasie seiner Nutzer beschäftigte, verdeutlichten die zahlreichen Beispiele für künstlerische Vielfalt bei Münz- und Geldscheinemissionen.
Es war in der Bank-Ausstellung gelungen, zahlreiches authentisches Material in Form von Originalen an Münzen und Geldscheinen, Schuldverschreibungen, Pfandbriefen, Aktien zusammenzutragen.
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Wirtschaftsgeschichte aus Erfurt (Teil 1)
- Schuhfabrik Eduard Lingel

Erfurt konnte sich einst mit Fug und Recht europäische Hauptstadt der Schuhindustrie nennen. Eine der zahlreichen Fabriken, die diesen Ruf begründete ist das von Eduard Lingel im Jahr 1872 am Fischersand 9 gegründete Unternehmen. Es galt als die älteste Schuhfabrik Deutschlands.
Das Unternehmen begann zunächst im Wohnhaus von Eduard Lingel, im Haus Zum Krummen Hecht, in vier kleinen Produktionsräumen. Bescheiden war zunächst auch die Maschinen-Ausstattung beim Start: eine Doppelstanze und eine Durchnähmaschine. Rund 50 Heimarbeiter waren in die Produktion einbezogen, an deren Ende in dieser Zeit täglich ganze 36 Paar Stiefel pro Tag standen.
Schon ein Jahr darauf reichte der Platz nicht mehr aus. Lingel kaufte das Haus am Herrmannsplatz und erweiterte seinen Werkstattbetrieb. Im neuen Haus am Herrmannsplatz fanden 30 Stepperinnen und 6 Zuschneider eine Beschäftigung. Mit den Heimarbeitern umfasste der Betrieb schon bald 300 Mitarbeiter. Die Arbeit war sehr mühsam, denn gefertigt wurde noch immer in Handarbeit.
Schon 1876 folgte eine weitere Vergrößerung. Die Wende von der Handarbeit zur mechanischen Schuhfabrikation begann 1877/1878. Lingel orientierte sich dazu an amerikanischem Vorbild. Lingel sandte dazu eigens eine Delegation von Fachleuten nach Amerika, die sich die dortigen modernsten Fertigungstechniken anschauen sollten, um sie später in Thüringen nachzunutzen. Auch wurde schon fleißig exportiert. Die Lingelschen Schuhe fanden ihre Träger in Schweden, Holland, Amerika und Südamerika.
1886 stellten 600 Arbeiter alle Sorten von Schuhen her. Der Lingelsche Verkaufsschlager zu jener Zeit war der Schnürstiefel mit hohem, geschweiftem Schaft und zum Knöpfen. Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Firma in der Nacht vom 7. zum 8. Juni 1887. Die gesamten Anlagen am Herrmannsplatz wurden durch ein verheerendes Feuer zerstört. Die Firmenleitung entschied, eine neue Fabrikanlage zu erbauen. Die Wahl fiel auf ein ehemaliges Gärtnereigrundstück am Steiger. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Stadt Erfurt konnte der Grund gekauft und schon nach kurzer Zeit mit der Produktion auf dem neuen Gelände in der damaligen Landgrafenstraße begonnen werden.
Bis 1892 arbeiteten 1.000 Leute für die Schuhfabrik mit einer Wochenleistung von insgesamt 12.000 Paar Stiefel und Schuhen. Den Vorstand bildeten in dieser Zeit die Gebrüder Dreßler, den Vorstandsvorsitz übte Eduard Lingel aus. Um die Jahrhundertwende ging die Lingel-AG dazu über, feinere Schuhwaren und wenig später sogar Spezialschuhe herzustellen, die auch exportiert wurden. Um die Jahrhundertwende war die Belegschaft auf 1.300 Beschäftigte angewachsen.
1898 wurde die Eduard Lingel Schuhfabrik in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die ein Stammkapital von drei Millionen Mark vorweisen konnte. Die Schuhwaren der Lingel AG fanden viele Abnehmer und schon bald war sie die zweitgrößte Schuhfabrik in Deutschland. Den I. Weltkrieg überstand das Unternehmen ohne groß Schaden zu nehmen. Mit der Anfertigung und Instandsetzung von Militärstiefeln und Munitionsteilen fuhr sie sogar Gewinne ein. Kurz nach Kriegsende fusionierte die Firma mit anderen Schuhfabriken zum Lingel-Konzern. Aber bald darauf stürzte das Unternehmen in eine schwere Krise, die bis in die 30er- Jahre andauern sollte. Als Konsequenz einer rigorosen Sortimentsbereinigung wurden nur noch Herrenschuhe hergestellt. Der Lingel- Schuh eroberte den deutschen Markt und war schon bald ein gefragter Markenartikel.
Das Unternehmen war Mitglied des Vereins Erfurter Schuhfabrikanten.
Während des II. Weltkrieges wandelte sich Lingel zu einem Rüstungsbetrieb. Statt feinen Herrenschuhen verließen beheizbare Fliegerstiefel die Fabrik.
Die schwierigen Kriegsverhältnisse bewältigte das Unternehmen jedoch ohne größere Schäden. Schon kurze Zeit nach Ende des Krieges konnte wieder mit der Schuhherstellung begonnen werden. Ganz einfach war der Neuanfang nicht. Es fehlte an Rohstoffen und Technik, so fielen 1.200 Maschinen dem Demontagegesetz für Rüstungsbetriebe zum Opfer.
1948 ging die Lingel Fabrik in Volkseigentum über. Gemeinsam mit der Fabrik Hess entstand der VEB Schuhfabrik Thuringia. Nach weiteren Zusammenschlüssen einige Jahre später erhielt der Betrieb 1952 den Namen VEB Schuhfabrik „Paul Schäfer".
In den 1970er Jahren wurde mit der Rekonstruktion der überalterte Bausubstanz begonnen. Ein Jahrzehnt später setzte sogar die computergestützte Produktion ein. Qualität und Angebot verbesserten sich im Laufe der Jahre. Dies wurde auch über ostdeutschen Grenzen hinaus bekannt. So erhielt der westdeutschen Hersteller ?Salamander? Waren aus dem Erfurter Betrieb.
Ende der 1980er Jahre umfasste die Schuhfabrik "Paul Schäfer" zwölf Werke mit 28 territorial getrennten Produktionsstätten. Dieses künstliche Gebilde überlebte die politische Wende nicht. Mit der Liquidation der Lingel GmbH 1992 missglückte der Versuch an den alten Ruf des Namens „Lingel“ anzuknüpfen. Einst bedeutendster Platz industrieller deutscher Schuhproduktion, ist in Erfurt heute die Branche von der Bildfläche verschwunden.
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Wirtschaftsgeschichte aus Erfurt (Teil 2)
- Erfurter Elektrische Straßenbahn

Die Geschichte der Erfurter Verkehrsbetriebe begann im Jahr 1920, als die Stadt Erfurt die Aktienmehrheit an der Erfurter Elektrischen Straßenbahn AG erwarb und dadurch die Kommunalisierung des vormals privaten Unternehmens einleitete. Die Straßenbahn Erfurt bestand seit 1883 als Pferdebahn und ab 1894 als elektrische Bahn.
1925 eröffneten die Erfurter Verkehrsbetriebe die ersten Omnibuslinien in der Stadt.
Der Name des Unternehmens blieb zunächst Erfurter Elektrische Straßenbahn AG, bevor 1938 die Umbenennung in Erfurter Verkehrs-AG (EVAG) durchgeführt wurde. 1951 erfolgte die Umbenennung in VEB Erfurter Verkehrsbetriebe (EVB), aus dem am 24. April 1990 die Erfurter Verkehrsbetriebe AG (EVAG) wurde.
Am 18. Dezember 1996 wurde die EVAG in die Stadtwerke Erfurt eingegliedert, die das Unternehmen seit dem 5. Oktober 2007 als SWE EVAG bezeichnen.
Q. www.erfurt-web.de - die erfurt enzyklopädie
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Versteigerung des Reichsbankschatzes
Es begann mit dem 1823 als Handels-Societät von Mendelssohn und Fraenkel gegründeten "Cassen-Verein", der Generalabrechnungsstelle vieler Berliner Bankfirmen. Aus ihm ging 1850 die "Bank des Berliner Kassenvereins" als Aktiengesellschaft hervor. Ein Vierteljahr lang besaß sie sogar das Privileg zur Herausgabe eigener Banknoten.
Der Reichsbankschatz enthält abertausende von historischen Wertpapieren aus Deutschland aus der Zeit von vor 1945. Diese lagerten während der Zeit der DDR lange Zeit versiegelt in den Tresoren der Reichsbank im Ostteil der Stadt Berlin. Das Bundesamt zur Regelung offener Vermögensfragen - Eigentümer des Reichsbankschatzes - hatte die Münzhandlung Dr. Busso Peus mit der Versteigerung beauftragt.
In der ersten Auktion am 28. Juni 2003 wurden insgesamt 12 Mio. Stück versteigert. Die alten Wertpapiere wurden jeweils als Gesamtheit abzüglich einiger Einzelstücke angeboten. Die Einzelstücke wurden in regionalen oder Branchenlots an Sammler versteigert. .

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Die Deutsche Reichsbank hatte die Stellung einer Wertpapiersammelbank und konnte Wertpapiere in Verwahrung und in Verwaltung nehmen. Zur Vereinfachung des Wertpapierwesens war es ab 1942 möglich, dass Kreditinstitute vertretbare Wertpapiere ein und derselben Art, die ihnen unverschlossen zur Verwahrung anvertraut wurden, der Deutschen Reichsbank als Wertpapiersammelbank zur Girosammelverwahrung anvertrauen konnten, ohne dass es hierzu einer Ermächtigung des Hinterlegers bedurfte.
Die Reichsbank verwahrte einen großen Teil der girosammelverwahrten Wertpapiere, aber auch erhebliche Streifbandbestände, in ihren Berliner Tresoren, die im späteren sowjetischen Sektor von Berlin lagen. Darüber hinaus verfiel das Vermögen, damit auch Wertpapiere, rassisch Verfolgter ab 1941 dem Deutschen Reich. Der Reichsminister der Finanzen ordnete mit Erlass vom 30.4.1942 an, dass sämtliche dem Reich zukommende Wertpapiere rassisch Verfolgter an die Deutsche Reichsbank, und davon gesondert Aktien, Kuxe und Kolonialanteile an die Preußische Staatsbank (Seehandlung) in Berlin abzuliefern waren.
Ab 1943 war die Reichsbank die einzige Wertpapiersammelbank in Deutschland. Dies war die Hauptursache dafür, dass sich ein sehr großer Anteil an den vor dem 9.5.1945 ausgegebenen Wertpapieren bei Kriegsende in Berlin befand.
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Die 3. Auktion war am 3. Juni 2006 in Berlin. Angeboten wurden rund 2.400 verschiedene deutsche Wertpapiere von etwa 1.400 Emitenten. Neben Großposten wurden Sammlerlots, nach Branchen und regional gegliedert, zusammengestellt.
Die 4. Auktion mit deutschen Wertpapieren fand am 2. Februar 2008 im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Wilhelmstraße 49 in Berlin statt.
Die 5. Auktion fand am 06. und 07. Juni 2009 statt. Dies war die zunächst letzte Versteigerung (BARoV).
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